Platz 7 trotz Handicap
Es sollte das Rennen von Julia Dujmovits werden. Die Pistenverhältnisse am Sudelfeld waren trotz dichtem Nebel gut, der schnelle Kurs schien für die Speed-Queen wie geschaffen und der Fitness-, Spaß- und Motivationsfaktor zeigte bei der Südburgenländerin wie immer steil nach oben. Für einen Erfolg versprechenden Parallel-Riesentorlauf im Bayrischzell schien alles angerichtet zu sein, wäre da nicht dieser Trainingssturz dazwischen gekommen...
Julia Dujmovits kennt ihren Weg, weiß den Weg zum Ziel, nach Sotchi zu den Olympischen Spielen 2014, mehr zu schätzen als den Erfolg selbst. Heute war der Weg beim dritten Parallel-Riesentorlauf der Saison in Sudelfeld steinig. Schuld war dabei nicht nur der dichte Nebel in der Qualifikation. „Ich bin nicht in Fahrt gekommen. Meine Läufe haben sich nicht so gut angefühlt wie gewohnt, das Gespür für den Kurs hat gefehlt“, sagt die WC-Siegerin von Telluride (USA). Der Grund? „Mich hat es im Training am Donnerstag ziemlich zerrissen und voll auf den Hinterkopf geknallt. Ich dachte, ich kann den Sturz dank der Schmerzmittel schnell wegstecken. Leider hat das nicht funktioniert.“
Bereits im gestrigen Training fuhr die Speed-Queen ungewohnt „brav“ durch die Tore, ebenso im heutigen Rennen. „Ich war gehemmt und hab mich nicht getraut voll zu riskieren. Die widrigen Wetterverhältnisse am Vormittag haben die Aufgabe nicht einfacher gemacht“, so die Fünftplatzierte nach der Qualifikation. Doch Julia wäre nicht Julia, wenn sie nicht bis zum Schluss alles geben würde – egal wie groß die Schmerzen sind („Ich hatte rasende Kopfschmerzen. Der Druck durch den Helm hat das Ganze noch verschlimmert.“). Und so kämpfte sie sich tapfer weiter, bis zum Viertelfinale, wo sie schlussendlich gegen Ekaterina Tudegesheva (RUS) den Kürzeren zog und als Siebtplatzierte ausschied.
Gleich nach dem Rennen ging es für die Südburgenländerin Richtung Kufstein, zu ihrem Bruder. „Dort werde ich heute schlafen. Morgen geht es dann heim nach Sulz, wo ich mich auskuriere.“ Bis 9. Februar hat die Gesamtweltcup-Fünfte nun Zeit wieder ganz gesund zu werden. Dann reist sie nach Japan, nach Hiroshima, wo ein Einladungs-Event auf sie wartet. „Bis Japan will ich wieder top-fit sein. Der Event dort ist super organisiert und eine tolle Werbung für unseren Sport!“
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